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Autor: Gasser Marco Region: Wien
  Frauenbericht 2010 – Einkommensschere muss kleiner werden

Frauenministerin Gabriele Heinisch-HosekErstmals seit 15 Jahren wurde wieder ein Frauenbericht zur Situation der Frauen in Österreich erstellt. Angesichts der Ergebnisse, betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek: „Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns, damit Frauen und Männer in der Gesellschaft gleichgestellt sind.“

„Die Daten zeigen, dass Frauen so gut ausgebildet sind wie nie zuvor. Sie sind berufstätig wie nie zuvor. Dennoch verdienen Frauen für die gleiche Arbeit um bis zu 18 Prozent weniger als Männer“, so Heinisch-Hosek. Als „negativen Höhepunkt" des Frauenberichts bezeichnete Heinisch-Hosek die Tatsache, dass die Einkommensschere in den vergangenen Jahren weiter auseinandergegangen ist. Lippenbekenntnisse habe man "bis zum Abwinken gehört", man könne dieser Herausforderung nur gesetzlich begegnen. Deshalb sollten Betriebe ab einer bestimmten Größe verpflichtend, aber anonym, die Gehälter der Männer und Frauen offenlegen.


Mehr Frauen in Spitzenpositionen bringen

Für die Frauenministerin steht fest: „Es braucht mehr Frauen an der Spitze von Unternehmen, und ohne Quote wird das nicht gehen“. Zunächst hat Heinisch-Hosek aber der ÖVP einen Stufenplan zur freiwilligen Selbstverpflichtung vorgelegt. Bis 2013 soll damit der Frauenanteil in Aufsichtsräten auf 25 Prozent, bis 2018 auf 40 Prozent angehoben werden. „Es geht dabei nicht nur um Gerechtigkeit, Gleichstellung ist auch ökonomisch sinnvoll“, so Heinisch-Hosek. Zu kritisieren ist auch der Umstand, dass viele Frauen unfreiwillig in Teilzeit arbeiten. Diesem Problem nimmt sich u.a. der Nationale Aktionsplan an, der noch auf Rückmeldung von ÖVP-Familienstaatssekretärin Christine Marek wartet, bevor er präsentiert werden kann. Auch in anderen Bereichen gibt es Nachholbedarf, so braucht es etwa Verbesserungen für Migrantinnen.

Faymann: Weitere Maßnahmen sind notwendig

Bundeskanzler Werner Faymann

"Der erstmals seit 15 Jahren wieder aufgelegte österreichische Frauenbericht zeigt, dass bei der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Gesellschaft zwar viel passiert ist, aber dass noch eine Reihe weiterer Maßnahmen notwendig sind", so Bundeskanzler Werner Faymann, "ich unterstütze daher die Pläne von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek voll und ganz". Die Forderungen nach einer Einkommenstransparenz in Betrieben, nach einer stufenweise Einführung von Frauenquoten und nach einem weiteren Ausbau der Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen sind ganz im Sinne der Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen Vernunft, so der Kanzler, und durch richtiges Umschichten trotz Wirtschaftskrise im Budget.



Prammer: Strikte Regeln müssen her

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer

"Die Zeit für striktere Regelungen ist gekommen", so Nationalratspräsidentin Barbara Prammer zum Frauenbericht. Wirkliche Gleichstellung von Frauen ist nur über Gesetze zu erreichen, betonte Prammer. Sie setzte sich bei der Präsentation mit der Situation von Frauen in Politik und Interessensvertretungen auseinander. Diese hat sich zwar in Teilbereichen gebessert, generell ist die Entwicklung aber nicht als positiv zu bewerten. "Parteien und Interessenvertretungen sind dringend gefordert", urgierte Prammer massive Anstrengungen im Sinne einer gleichwertigen Vertretung von Frauen im politischen System. Vorbild müssten jene Staaten mit einem hohen Frauenanteil sein, die sich durchwegs für gesetzliche Regelungen entschieden hätten.



Hundstorfer: Einkommenstransparenz im Gleichbehandlungsgesetz verankern

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (Foto: GdG)

„Der heute präsentierte Frauenbericht untermauert einmal mehr die Notwendigkeit, die Einkommenstransparenz im Gleichbehandlungsgesetz zu verankern", so Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen ist noch weiter auseinandergeklafft, dem kann man nur mit gesetzlichen Maßnahmen entgegenwirken. Hundstorfer kritisiert, dass Frauen bei gleicher Qualifikation und Arbeit noch immer weniger verdienen als Männer und sich dieser Trend fortsetzt. "Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat meine volle Unterstützung in ihrer Forderung, dass Betriebe ab einer bestimmten Größe die Gehälter der Männer und Frauen verpflichtend und anonym offenlegen", betonte Hundstorfer.



Rudas: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas

„Der Frauenbericht offenbart eklatante Ungerechtigkeiten in der Bezahlung von Männern und Frauen. Obwohl Frauen immer besser ausgebildet sind, inzwischen mehr Frauen als Männer ein Hochschulstudium abschließen, klafft die Einkommensschere immer weiter auseinander“, so SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas zum Frauenbericht 2010. Die Offenlegung von Gehältern ist ein erster wichtiger Schritt, um diese Ungerechtigkeit endlich zu bekämpfen. „’Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit’ muss endlich Realität werden“, fordert Rudas. Als besonders wichtig hebt Rudas hervor, dass sich der Frauenbericht erstmals mit der Situation von Migrantinnen auseinandersetzt. „Die Lebensrealitäten von Frauen mit Migrationshintergrund spielen sich oftmals abseits der öffentlichen Wahrnehmung ab und werden deshalb auch kaum statistisch erfasst und beleuchtet“, so Rudas.


Mautz: Keine Ausreden mehr, die Fakten liegen auf dem Tisch

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz

„Der Frauenbericht zeigt, dass die Forderungen nach verpflichtenden Quoten und nach Verankerung der Einkommenstransparenz aktueller denn je sind. Noch immer liegt der Anteil von Frauen in den Führungsetagen der großen Wirtschaftsunternehmen unter 10 Prozent, obwohl es so viele hoch qualifizierte Frauen wie nie zuvor gibt ", so SPÖ-Bundesfrauengeschäftführerin Andrea Mautz. Aber nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik ist die Quote ein wichtiges Instrument, um mehr Frauen in verantwortliche Positionen zu bringen: "Es kann nicht sein, dass Frauen rund 52 Prozent der Bevölkerung stellen, aber nicht dementsprechend im Nationalrat und in den Parteien vertreten sind“ , so Mautz.



Wurm: Ein seriöser Bericht über die Situation der Frauen

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm sieht im Frauenbericht 2010 einen "wirklich seriösen Bericht darüber, wie die Situation der Frauen aussieht und keine 'Schönfärberei'". Als positiv bewertet Wurm, dass erstmals im Bericht auch die Situation von Migrantinnen ins Blickfeld gerückt wird, deren Anteil an der weiblichen Bevölkerung bei rund 17 Prozent liegt. "Der Frauenbericht 2010 zeigt die Notwendigkeit, die Situation der Frauen weiter zu verbessern und dass alle Maßnahmen und Forderungen von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek voll zu unterstützen und umzusetzen sind: Das bedeutet eine faire Verteilung der unbezahlten Arbeit unter Frauen und Männern, die Forcierung des Ausbaus von adäquaten Kinderbetreuungseinrichtungen, die Transparenz der Einkommen und Offenlegung der Gehälter sowie die Erhöhung der Frauenquote in Aufsichtsräten auf 40 Prozent", so die SPÖ-Frauensprecherin.


Binder-Maier: Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern

SPÖ-Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier

Es ist dringend notwendig, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu verbessern, betonte SPÖ-Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier anlässlich der Präsentation des Frauenberichts: „Die Einführung des Gratiskindergartenjahres für alle 5-Jährigen – eine langjährige Forderung der SPÖ – war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Was wir aber dringend brauchen, sind die flächendeckenden Betreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren“, bekräftige Binder-Maier. Änderungsbedarf gibt es auch im Haushalt. „Hier werden noch immer zwei Drittel der unbezahlten Arbeit von Frauen erledigt“, kritisierte die SPÖ-Familiensprecherin.



Csörgits: Brauchen dringend mehr Einkommenstransparenz

SPÖ-Sozialsprecherin Renate Csörgits

„Der heute vorgelegte Frauenbericht enthält nicht die Ergebnisse, die ich mir erhofft hatte, denn die Einkommensschere in Österreich klafft immer weiter auseinander. Mit diesem Ergebnis liegen wir innerhalb der Europäischen Union am vorletzten Platz“, so SPÖ-Sozialsprecherin Renate Csörgits zum Frauenbericht. „Es ist eine Ungerechtigkeit, dass Frauen bei gleicher Qualifikation und gleichwertiger Arbeit immer noch weniger verdienen als Männer. Nur weil sie Frauen sind“, kritisiert Csörgits und betont: „Daher unterstütze ich Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und ihren Vorschlag nach mehr Einkommenstransparenz in Betrieben.“ Nur mit gesetzlichen Maßnahmen kann man der ungleichen Entlohnung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt entgegenwirken, betonte Csörgits. 



Lesetipp: Den detaillierten Frauenbericht zum Download finden Sie auf den

Seiten des Frauenministeriums.




Quelle: http://spoe.at/page.php?P=104831